Warum immer mehr Inder*innen nach Berlin kommen | Gespräch mit David Kipp von der Stiftung Wissenschaft und Politik
Mehr als nur Essenslieferanten: Wie Inder*innen Berlin mitgestalten
03.04.2025
Die indische Community in Berlin ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Mit über 41.000 Mitgliedern hat sich ihre Zahl seit 2014 mehr als verzehnfacht. Damit sind Inder*innen inzwischen die fünftgrößte ausländische Bevölkerungsgruppe in der Hauptstadt – noch vor vielen anderen lang etablierten Communities.
Doch was steckt hinter diesem Zuwachs?
David Kipp von der Stiftung Wissenschaft und Politik forscht zu Migrationstrends und erklärt, dass viele Inder*innen aufgrund der guten Arbeitsbedingungen und der hohen Nachfrage nach Fachkräften nach Berlin kommen. Während IT-Berufe weiterhin eine große Rolle spielen, sind zunehmend auch andere Branchen wie die Gastronomie, das Bäckerhandwerk und der Pflegebereich attraktive Arbeitsfelder.
Ein bedeutender Teil der Community besteht jedoch nicht aus Arbeitskräften, sondern aus Studierenden. Laut David Kipp kamen im vergangenen Jahr etwa die Hälfte aller zugezogenen Inderinnen nach Berlin, um zu studieren. Viele von ihnen arbeiten neben dem Studium als Essenslieferantinnen – ein Bild, das in der Öffentlichkeit oft missverstanden wird. Die weit verbreitete Annahme, Inder*innen würden hier vor allem in prekären Jobs landen, entspricht nur bedingt der Realität.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen: Kipp warnt vor sogenannten „Scam-Universitäten“, die Studierende mit falschen Versprechungen anlocken, sowie vor skrupellosen Vermietern, die insbesondere indische Studierende mit überhöhten Mieten ausnutzen.
Trotzdem bleibt die Migration aus Indien eine Erfolgsgeschichte. Inder*innen bereichern Berlin in vielen Bereichen – als IT-Spezialistinnen, Pflegekräfte, Bäcker*innen oder Studierende. Die Community wächst nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in ihrer Bedeutung für die Stadt.